Erna Romeril, Fahrradschläuche statt Kuschelfell

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FAHRRADSCHLÄUCHE STATT KUSCHELFELL

In der Galerie Peter Vann in S-chanf  ist zurzeit eine Ausstellung zu sehen mit dem Titel «Der Teddybär und andere Objekte aus dem Gummischlauch». Verena Vanoli stellt ein gutes Dutzend Teddybären aus, die vollständig mit Gummischläuchen umwickelt sind und den Betrachter irritieren.

Plüschbären kennt jeder, da sie in jedem Kinderzimmer anzutreffen sind. Für manches Kind ist sein Lieblings-Kuscheltier der grösste Freund, dem man alles anvertraut und den man überall mitnehmen will. Nicht wenige Kinder schlafen ohne ihren Teddybären nicht ein und in nicht wenigen Estrichen oder Kellern findet man auch noch sorgfältig aufbewahrte Plüsch-Freunde der Eltern oder sogar Grosseltern. (weiterlesen…)

Severine Cattin, When the Message Hides Behind a Flower

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WHEN THE MESSAGE HIDES BEHIND A FLOWER

In her solo exhibition at the Gallery Une in Auvernier, the artist Verena Vanoli presents a psychedelic vision made out of rubber on the subject of flowers. It is an art of ambiguity in which one picture hides another one.

One can hardly imagine daily life without flowers who make it beautiful. Accessible and of unique beauty, flowers always were part of the favorite motifs of artists. But what happens, when this motif – one also could call too cute – clashes with the radicalism of contemporary photography?
The artiste Verena Vanoli proposes a hallucinating vision at the gallery Une in Auvernier. Succeeding traditional still lives in which flowers are understood as a symbol for the fleeting nature of beauty, a new conception of flowers is affirmed here: they become an ideal surface of projection allowing the artist to create and express double perceptions. (weiterlesen…)

Severine Cattin, Wenn sich die Aussage hinter der Blume versteckt

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WENN SICH DIE AUSSAGE HINTER DER BLUME VERSTECKT

In ihrer Einzelausstellung in der Galerie Une in Auvernier, stellt uns die Künstlerin Verena Vanoli eine psychedelische und aus Kautschuk gemachte Vision zum Thema Blumen vor. Es ist eine Kunst der Doppeldeutigkeit, in der ein Bild das nächste in sich birgt.

Was wäre unser Alltag ohne Blumen, die ihn schöner machen? Zugänglich und von einzigartiger Schönheit, sind Blumen seit jeher ein beliebtes Motiv von Künstlern. Was aber geschieht, wenn dieses Motiv, das man leicht auch als zu lieblich abtun könnte, mit dem Radikalismus zeitgenössischer Photografie zusammen stösst? Die Künstlerin Verena Vanoli schlägt in der Galerie Une in Auvernier eine halluzinierte Vision vor. In der Nachfolge traditioneller Stillleben, in denen Blumen als Symbol für die Flüchtigkeit von Schönheit verstanden werden, wird hier ein neues Verständnis der Blume geltend gemacht: Sie wird zu einer idealen Projektionsfläche, welcher der Künstlerin erlaubt, ihre doppelten Wahrnehmungen auszudrücken.
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René Stettler, Discovering the Same in the Other (english text)

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DISCOVERING THE SAME IN THE OTHER: ON THE ROLE OF CONSCIOUSNESS AND VISUAL ANALOGY IN VERENA VANOLI’S MULTIMEDIA INSTALLATION “CAN YOU HEAR THE GRASS GROW?”

Analogy, born of the human desire to achieve union with that which one does not possess, is also a passionate process marked by fluid oscillations. Perceiving the lack of something—whether physical, emotional, spiritual, or intellectual—inspires us to search for an approximating resemblance to fill its place.[1]
Barbara Maria Stafford

Viewers of Verena Vanoli’s installation “Can You Hear the Grass Grow?” are faced with a problem. It seems to consist in a challenge to the conscious perception of thoughts that are capable of building bridges. Barbara Maria Stafford calls them ‘flashes of bridging processes’ and what she means is the conscious perception of mental processes occurring in our consciousness. They are based on the potential to connect things which were previously separated. These are processes that—if we look at the association between ‘art’ and things from the realm that one might call ‘non-art’—emphasize the relational qualities of phenomena which we perceive. Here, something can be like something else, and it can also mean being part in something that it is not, whether this is another person, a culture that is unfamiliar to us, a subtle state of consciousness—or one of the boundless possible states of the organic or inorganic universe.[2]

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René Stettler, Die Entdeckung des Gleichen im Anderen

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DIE ENTDECKUNG DES GLEICHEN IM ANDEREN: ZUR ROLLE VON BEWUSSTSEIN UND VISUELLER ANALOGIE IN VERENA VANOLIS MULTIMEDIALER INSTALLATION «HÖRST DU DAS GRAS WACHSEN?»

Analogien entspringen dem menschlichen Bedürfnis eine Einheit mit dem herzustellen, was man nicht besitzt – es handelt sich um einen leidenschaftlichen Prozess, der durch ein ungewisses Hin- und-her-gerissen-Sein gekennzeichnet ist. Die Wahrnehmung von dem was wir nicht besitzen, sei es nun etwas, das physisch, emotional, spirituell oder intellektuell bedingt ist, evoziert in uns eine Suche nach einer sich dem uns Fehlenden annähernden Ähnlichkeit und besetzt den Platz dessen was wir nicht haben.[1]
Barbara Maria Stafford

Dem Betrachter von Verena Vanolis Installation «Hörst Du das Gras wachsen?» stellt sich ein Problem. Es scheint mir in der Herausforderung der bewussten Wahrnehmung von Gedanken zu bestehen, die Brücken zu schlagen imstande sind. Barbara Maria Stafford nennt sie ‘flashes of bridging processes’ und meint damit die bewusste Wahrnehmung von mentalen Prozessen, die sich in unserem Bewusstsein ereignen. Ihnen liegt ein Potenzial zugrunde voneinander getrennte Dinge zu verbinden. Es handelt sich um Prozesse, die – wenn man die Beziehung zwischen ‘Kunst’ und Gegenständen von dem was man als ‘Nicht-Kunst’ bezeichnen könnte, betrachtet – relationale Eigenschaften, also Beziehungseigenschaften, der von uns wahrgenommenen Phänomene betonen. Dabei kann etwas wie etwas anderes sein und es kann auch Teilhabe an etwas bedeuten, das es nicht ist – ob dies nun ein anderer Mensch, eine uns fremde Kultur, ein subtiler Bewusstseinszustand – oder einer der unermesslichen Eigenzustände des organischen oder anorganischen Universums ist.[2] (weiterlesen…)

Peter Killer, Bildermachen heisst Fragen stellen

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BILDER MACHEN HEISST FRAGEN STELLEN

«Schein hat mehr Buchstaben als Sein» steht am unteren Rand meiner auf der heutigen Tagesseite, 10. August 2006, aufgeschlagenen Agenda. Autor ist der Wiener Publizist, Satiriker, Aphoristiker, Dramatiker Karl Kraus (1874–1936). Seine Feststellung provoziert die Frage, die wir beantworten sollen, ob der Schein nicht nur von der Buchstabenquantität her einen Vorrang gegenüber dem Sein hat.

Schein und Sein, das Vordergründige und das Hintergründige, das Sichtbare und Versteckte, das Evidente und das Mysteriöse – das sind Themen, die auch Verena Vanoli seit Jahren beschäftigen. Auch eine ihrer neusten Arbeiten, «sackstark» situiert sich in diesem Inhaltskomplex. Wer sich dieser Arbeit nähert, sieht ein etwa 1 Kubikmeter grosses, an der Decke aufgehängtes, länglich rundes Gebilde, das man mit einer Abbruchbirne in Verbindung bringen könnte, jenen Eisen- körpern, die an einem Baggerarm pendelnd, Mauern zum Einsturz bringen. Die erste Assoziation führt in die Irre. Denn nicht mit einem Körper aus hartem Metall haben wir es zu tun, sondern mit einem mit Gummi ummantelten. Aha, ein Punchingball für Kickboxer! Die Gedankenverbindungen bleiben also im Bereich des Aggressiven. Sie werden unterstützt durch die ausnahmsweise alles andere als kunstvolle Fixierung der schwarzen Gummischläuche. Dieses Werk erweckt den Eindruck, als sei nach einer gewalttätigen Manipulation der Mantel behelfsmässig wieder angebracht worden.

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Dr. Stefanie Dathe, Entfremdung eines Freundes

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ENTFREMDUNG EINES FREUNDES
zu den Teddybären von Verena Vanoli

Es gibt ihn in den verschiedensten Größen, Farben, Formen und so manchem ungewöhnlichen Kleid: den Teddybär. Seit Generationen ist er aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Als unverzichtbarer Spielgefährte wird er geliebt und geherzt, gehegt und gepflegt, umsorgt und verwöhnt, um zugleich geschimpft, misshandelt, getreten, verbannt und eines Tages ausrangiert und achtlos in die Ecke geworfen zu werden. Wehr- und willenlos ergibt sich das kuschelige Stoff- tier aus weichem Plüsch in sein Lebensschicksal. Mit seinem sanftmütigen Lächeln und seiner tapsigen Unbeholfenheit weckt es Gefühle elterlicher Fürsorge und partnerschaftlicher Verbundenheit. Und in Notzeiten voll Angst und Einsamkeit bleibt es der letzte, beste und einzige Freund.
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Brigitte Ulmer, Land der Bären

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LAND DER BÄREN

Der Grösste wirkt ein bisschen müde, die Arme schlaff nach beiden Seiten hängend, mit gebeugtem Rücken und gespreizten Beinen. Aber sonst ist alles da: der gütig wirkende Kopf, der gemütlich gewölbte Bauch, die Ohren, denen jedes Kind seine ersten Geheimnisse anvertraut. Da hockt er, zusammen mit fünf kleineren Artgenossen, ein übergrosser Teddybär, Symbol kleinkindlichen Aufgehobenseins. Zu fünft sassen sie so auf kaltem Betonboden, umringt von einer zweimeterhohen Kinderzimmertapete: In der Installation in der Luzerner Galerie Meile im Jahr 2003 trat man wie ein Gast in die eigene Kindheitsgeschichte ein. (weiterlesen…)